Rückeroberung der Macht
Es geht in diesem Impuls nicht um „Macht“ über jemanden oder etwas. Es geht hier nicht um mächtige Politik, um klassische Hierarchie, wie so viele immer denken, und es geht nicht um Kontrolle. Es geht in diesem Beitrag ganz bewusst, um diese besondere und positive Kraft von Gestaltungsreichtum und Verantwortung, die jeder Mensch, zu unterschiedlichen Anteilen und Kompetenzen, in sich trägt und für sich und seine Unternehmung(en) wertschätzend nutzen kann.
Foto von Luke Stackpoole auf unsplash.de
Der Mond übt seine konstruktive Macht auf die Erde aus – immer wertschätzend aber manchmal äußerst kraftvoll.
ein unterschätzter und meist missverstandener Rohstoff
Wir alle haben sie. Doch kaum jemand gern und spricht offen darüber.
Macht ist Energie.
Sie zeigt sich in jedem Wort, in jeder Entscheidung, in jedem „Ja“ und jedem „Nein“. In Organisationen wird Macht oft delegiert – nach oben, in Gremien, an Leitungen. Doch dort, wo Macht geteilt wird, entsteht Bewegung.
Und dort, wo sie unterdrückt wird, erstarrt das System oder wird geschwächt. Macht ist nicht das Gegenteil von Vertrauen.
Sie ist sein Fundament.
Macht bedeutet, die Fähigkeit zur Wirkung zu erkennen und einzusetzen.
Sie entsteht, wenn Menschen wirklich Verantwortung übernehmen und einstehen – für sich, ihr Denken, ihr Handeln, ihr Umfeld.
Wenn sie kleine und große Entscheidungen nicht aus Angst treffen, sondern aus wachem Bewusstsein und klarer Haltung.
Drei thesenartige Gedanken dazu:
#1 Selbstwirksamkeit spüren.
Wo kann ich heute einen positiven Unterschied machen – ohne jemanden zu überstimmen?
#2 Verantwortung teilen.
Wie kann ich Räume schaffen, in denen Macht zirkulieren kann – nicht, in denen Macht kumuliert oder implodiert?
#3 Wirkung reflektieren.
Konstruktive Macht entfaltet sich nicht durch Lautstärke, sondern durch Klarheit und Haltung.
Konstruktive Macht beginnt in kleinen Schritten und Bewegungen:
In jedem Meeting.
In jeder Führungssituation.
In jedem Moment, in dem du entscheidest, ob du handelst – oder zusiehst.
Macht ist nicht das Problem.
Macht ist das Werkzeug.
Die Frage ist:
Wofür setzt du sie ein?
Eine kleine Gedanken-Übung – Die kurze Macht-Landkarte des Alltags:
Markiere drei Situationen, in denen du Einfluss hattest – bewusst oder unbewusst, direkt oder indirekt.
Was hat deine Wirkung gestärkt?
Was hat sie geschwächt?
Und was wäre ab morgen anders, wenn du deine Macht bewusster nutzt – für mehr Vertrauen, Mitgestaltung und Sinn?
10 Reflexionsimpulse für einen bewussten Umgang
mit konstruktiver Macht
#1 Macht anerkennen
Erkenne an, dass du Macht hast – egal in welcher Rolle. Schon dein Verhalten, deine Stimme und deine Entscheidungen wirken auf andere.
#2 Haltung vor Position
Macht braucht kein Amt. Sie entfaltet sich durch Haltung, Klarheit und Verantwortung – nicht durch Hierarchie.
#3 Räume der Mitgestaltung öffnen
Teile Informationen, lade zu Entscheidungen ein, frage nach Perspektiven. Geteilte Macht schafft Vertrauen und Interaktion, manchmal auch Innovation.
#4 Zuhören als Instrument
Echte Aufmerksamkeit und Neugier sind wunderbare Formen von Macht. Sie verbinden, statt zu trennen. Sie wirken still, aber tief.
#5 Verantwortung sichtbar machen
Sprich offen darüber, welche Entscheidungen du triffst – und warum. Transparenz verwandelt Macht in Glaubwürdigkeit.
#6 Konflikte austragen, nicht vermeiden
Macht zeigt sich auch im Mut, Spannungen auszuhalten und konstruktiv zu lösen.
Wo Klarheit herrscht, entsteht Sicherheit.
#7 Macht reflektieren
Nimm dir regelmäßig Zeit, um zu prüfen:
Nutze ich meine Macht zum Schutz, zur Kontrolle oder zur substanziellen Verbesserung?
Reflexion ist das Korrektiv von Einfluss.
#8 Fehler zulassen
Wer Macht teilt, lässt auch Fehler anderer zu. Das stärkt Eigenverantwortung und die Lernkultur.
#9 Leitfiguren wählen
Suche Menschen, die Macht ethisch oder konstruktiv einsetzen – und lerne von ihnen. Vorbildorientierung formt Bewusstsein.
#10 Macht in den Dienst stellen
Nutze deinen Einfluss, um Systeme und Organisationen gerechter, gesünder oder menschlicher zu gestalten. Macht wird erst dann sinnvoll, wenn sie dem Gemeinwohl dient.
Macht kann verbinden,
wo sonst Trennung herrscht.
Sie entfaltet ihre beste Wirkung, wenn sie geteilt wird – nicht um zu kontrollieren, sondern um Verantwortung zu leben.
Wir bei Querfeld.Design begleiten Organisationen dabei, Macht bewusst und konstruktiv zu nutzen, Vertrauen aufzubauen und Strukturen zu gestalten, in denen Mitwirkung selbstverständlich wird.
Eine starke Zukunft entsteht dort, wo Menschen ihre Macht gemeinsam einsetzen – für Sinn, Zusammenhalt und für das große Ganze.
Inhalt
AUTORIN:
Michael Ulmer und Jana Schander im Austausch mit dem Team von Querfeld.Design